1. Gemeinde Karlstein als Träger

 

Die Gemeinde Karlstein ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.

 

 

1.1. Der Arbeitsbereich Kindertagesstätte - Erfahrungen als Träger

 

Im Geschäftsverteilungsplan (Organigramm) ist der Fachbereich 2 - Finanzverwaltung mit dem Unterbereich Kinder und Jugend im Rahmen der Arbeitsverteilung der Gemeinde verantwortlich für zwei Kindertagesstätten, die gebundene Ganztagsschule und die Familien- und Jugendarbeit in Karlstein.

 

1.2. Die Familienbildung in der Gemeinde

 

Die gemeindliche Familienbildung verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in einem multiprofessionellen Team. Diese hat einen Stamm von ca. 12 Kräften und entwickelt sich durch ständige Qualitätsarbeit im Fachfeld Familienbildung weiter.

 

1.3. Das Selbstverständnis

 

Die Gemeinde Karlstein ist offen für Menschen, die an der Gemeinschaft teilhaben wollen oder auf die Nähe und Unterstützung der Gemeinschaft angewiesen sind. Die Gemeinde Karlstein tritt für demokratische Grundsätze ein. Hierzu gehören Toleranz, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Werte ohne die eine demokratische Gesellschaft undenkbar wäre. Und Werte die sich in den Angeboten der Gemeinde Karlstein widerspiegeln: In Kultur und Bildung, Hilfe und Beratung; Angebote, die sich an alle Menschen der Gemeinde wenden – an Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, Alte und Junge.

 

Die Gemeinde Karlstein engagiert sich für die Menschen vor Ort. Der Respekt vor anderen Riten und Traditionen ist genuiner Bestandteil des Menschenbildes.

 

Den verwaltungsrechtlichen Rahmen regelt die Gemeindeordnung für Bayern (GO) hier sind die Pflichtaufgaben und freiwillige Aufgaben der Gemeinde festgelegt. Die kommunale Haushaltsverordnung (KommHV) regelt die Haus-haltsführung. Das BayKiBiG für Kindertagesstätten in der jeweils gültigen Fassung regelt die Personalbemessungen, Verfügungszeiten und Gruppengrößen. 

 

2. Das Konzept

 

Die Entwicklung der Kindertagesstätte orientiert sich an dem sozialpäda-gogischen Konzept des Situationansatzes. Das Konzept muss prozesshaft, im Dialog mit den Verantwortlichen, weiterentwickelt werden. 

 

2.1. Jedes Kind ist wichtig

Der Situationsansatz ist ein sozialpädagogisches Konzept, das sich an der Lebenssituation, den Interessen, Bedürfnissen und Erfahrungen der Kinder in Kindertageseinrichtungen orientiert. Beim Situationsansatz steht das ganzheitliche Menschenbild im Vordergrund – jedes Kind wird als Mensch mit individuellen Stärken und Schwächen wahrgenommen und gefördert. Außerdem geht man beim Situationsansatz davon aus, dass jedes Kind nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte hat, für dessen Einhaltung die Pädagogen Sorge tragen. Der Situationsansatz im Kindergarten erfordert geschulte und aufmerksame Pädagogen.

 

Der pädagogische Ansatz ist darauf ausgerichtet, fachliche und entwicklungs-psychologische Erkenntnisse in die pädagogische Arbeit aufzunehmen und die Selbstbildungsprozesse der Kinder zu begleiten und anzuregen. Das Konzept hat das erklärte Ziel, Autonomie, Solidarität und Kompetenz der Kinder aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen pädagogisch zu unterstützen, damit diese ihr Leben selbstbestimmt und verantwortungsvoll gestalten können. 

 

Es ist uns wichtig, dass die Kinder ihre eigene Meinung zu äußern lernen und selbständig Dinge entscheiden mit Rücksicht auf Wünsche anderer. Die Pädagogen sind verantwortlich, eine verlässliche Beziehung aufzubauen und den Kindern ein anregendes Umfeld bieten, in dem sie sich weiterentwickeln können.

 

 

2.1.1 Inklusion

Unsere Einrichtung versteht sich neben dem Kozept des Situationsansatzes, ebenfalls als Inklusionsskindergarten. Hier besteht die Besonderheit darin, dass neben körperlich und geistig normal entwickelten Kindern auch Kinder mit körperlichen oder geistigen Schwächen betreut werden. Das können etwa Kinder sein welche ein Down Syndrom haben, Hör- oder Sehgeschädigt sind, Kinder mit chronischen Erkrankungen, Wahrnehmungsstörungen oder Teilleistungsstörungen wie beispielsweise Konzentrationsschwäche.

 

Die Entscheidung zur Inklusion im Kindergarten basiert auf der Erkenntnis, dass sowohl gesunde als auch Kinder mit Einschränkungen voneinander lernen können. Kinder mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen werden nicht mehr in seperaten Einrichtungen betreut, sondern finden Ihren Platz unter den Nichtbenachteiligten. Wenn Kinder ohne Einschränkungen Inklusion im Kindesalter als selbstverständlich erleben, der wird im Erwachsenenalter keine Hemmschwellen in der Kontaktaufnahme aufbauen.

 

2.2 Situationsansatz im Kindergarten

Geschulte Pädagogen entwickeln durch die Beobachtung der Kinder spezielle Projekte in kleinen Interessensgruppen. Sie verschaffen sich vorab einen Überblick über die Wünsche, Bedürfnisse und Kenntnisse der Kinder. Hierbei ist das Spielen ein wichtiges Instrument, denn dadurch begreift das Kind seine Umwelt. Für das spielerische Erlernen der unterschiedlichen Fähigkeiten werden den Kindern vorbereitete Räume und Materialien zur Verfügung gestellt. Diese sind eine Bau-Ecke, Rollenspielecke, Forscher oder Alltagsmaterialien. Zudem fördert die Gruppendynamik in dieser Altersgruppe zusätzlich das soziale Miteinander.

Des Weiteren stehen neben Musikalischen- und Bewegungsangeboten zur Verfügung. Auch Angebote im Garten und Umwelt sind ebenfalls enthalten.

Interkulturelle und geschlechtsspezifische Angebote sind denkbar. Nach Möglichkeit, können externe Fachleute, Eltern und Ehrenamtliche themen-orientiert mit einbezogen werden.

 

2.3 Pädagogischer Ansatz im Krippenbereich

 

Bei den unter-Dreijährigen orientieren wir uns an der Sichtweise von Emmi Pikler. Pikler setzt auf den respektvollen Umgang mit Säuglingen und Klein-kindern und die selbständige Entwicklung des Menschen. Zusammenfassend bedeutet dies, dass der Mensch von Geburt an Fähigkeiten hat, denen man Raum und Zeit zum Selbst-Probieren und Finden geben muss. Einen besonderen Augenmerk legen wir auf die Übergänge von Kinderkrippe in die Gruppe der Älteren und auf den Übergang vom Kindergarten in die Schule.

 

Unser Selbstverständnis geht davon aus, dass jedes Kind Ressourcen hat, die es zu erkennen und zu fördern gilt. Wir finden diesen Gedanken besonders für die zukünftigen Besucher und Besucherinnen unserer Einrichtung richtungs-weisend. Es ist zu erkennen, dass diese oft nur über ihre Defizite definiert werden. 

 

Unsere Grundlage ist eine strukturierte Beobachtung des einzelnen Kindes durch die Bezugspersonen (Erzieherinnen und Eltern), die Auswertung der Beobachtung im Team und die daraus resultierende individuelle Förderung.

 

Die Einrichtung soll allen Kinder ein Lernumfeld bieten, in dem sie für jetzige und zukünftige Lebenssituationen grundlegende Erfahrungen machen können:

 

  • hier werde ich gesehen und wertgeschätzt

  • ich kenne die Bezugspersonen und Strukturen und kann mich auf sie veralssen

  • ich lerne mich und andere kennen und kann mich als Individuum und als Teil einer Gruppe erleben

  • ich darf meinen Interessen nachgehen und Neues ausprobieren

  • ich werde unterstützt, wenn ich es möchte und brauche.

 

Kinder welche unsere Einrichtung besuchen, sollen neben den verlässlichen Bezugspersonen, Räume, Matierialen und Ausstattung vorfinden, mit denen sie ihre Kompetenzen, ihre Spiel- und Erfahrungsräume erweitern können.

 

2.4 Haltung zum Kind


Um dem Kind im Krippenalter ein entsprechendes Lernumfeld bieten zu können, haben wir folgende Haltung:

 

  • Das Kind wird sein Raum, sein Tempo und seine Zeit gelassen

  • Das Kind kommt in Ruhe an

  • Jede Interaktion wird sprachlich begleitet

  • Unsere Stimme ist ruhig, unsere Sprache deutlich

  • Unser Hände stets zärtlich

  • Wir halten das Kind nicht fest

  • Wir bieten dem Kind Trost an – zum Trösten setzen wir uns zum Kind auf den Boden

  • Wenn das Kind Hunger hat, bekommt es Essen

  • Das Kind darf sich beim Essen frei bewegen – Essen soll es ausschließlich am Tisch im Essbereich

  • Wir helfen dem Kind nicht beim Klettern, heben es nicht auf den Stuhl

  • Wenn das Kind müde ist, bringen wir es ins Bett

  • Wir wecken das Kind nicht

  • Wir lassen dem Kind und uns bei der Pflege Zeit

  • Wir planen unseren Alltag so, dass wir das Kind nicht zur Eile antreiben müssen

  • Wir leben dem Kind die Regeln unseres Miteinanders (Toleranz, Nächstenliebe, Restpekt, Achtung, Rücksichtnahme.. ) vor und erklären sie ihm in angemessener, altersentsprechender Weise.

 

2.5 Eingewöhnung


Die Dauer der Eingewöhnung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen. Die Eingewöhnung der unter Dreijährigen dauert in der Regel 4 – 6 Wochen und richtet sich nach dem Berliner Modell. In dieser Zeit wird den Eltern ermöglicht, die Einrichtung und deren Arbeit kennenzulernen und vertrauensvolle Beziehung zu den ErzieherInnen aufzubauen.

 

Die Dauer der Eingewöhnung der über Dreijährigen richtet sich nach einem im Team erarbeiteten Konzept, welches altersorientiert angewandt wird.

 

Die Umgewöhnung der Krippenkinder in den Kindergarten erfolgt intern mit einer Bezugserzieherin aus beiden Gruppen. Die Eltern werden hierüber in einem Elterngespräch informiert und begleitet.

 

Die regelmäßigen Entwicklungsgespräche mit den Eltern sollen in angenehmer und einladender Atmosphäre stattfinden. Der Bildungsprozess des Kindes wird dialogisch auf Grundlage der Beobachtungsbögen, der visuellen Dokumentation in der Einrichtung und den Erfahrungen der Eltern reflektiert.

 

2.6 Die Eltern sind Experten ihrer Kinder

 

Die Eltern der Kinder, welche unsere Einrichtung besuchen, sind als BesucherInnen, Mitwirkende und Kooperationspartner jederzeit willkommen.

 

Der Eingangsbereich soll zum Informieren, zum Treffen und Austausch mit anderen Eltern einladen.

 

3. Raumkonzept

 

Der Raum ist der dritte Erzieher. Räume enthalten Botschaften, welche den Kindern vermitteln, was sie an diesem Ort machen können. Das pädagogische Raumkonzept, soll den Kindern Geborgenheit und Sicherheit geben, jedoch auch ihrem Entwicklungsstand entsprechend eine vorbereitete Umgebung sein. Dies wird im Bereich der unter Dreijährigen anders aussehen müssen, als für den Bereich der Älteren Kinder.

Die Kindertagesstätte Regenbogenland ist in zwei Gebäude (Haupthaus + Anbau) aufgeteilt, welche miteinander durch einen Flur verbunden sind. Im Haupthaus sind jeweils eine Kindergartengruppe und eine Hortgruppe untergebracht. Im Anbau findet ebenfalls eine Kindergartengruppe und die Gruppe der unter Dreijährigen Platz.

 

Folgende Funktionsräume sind vorhanden:

 

  • Küche

  • Lernwerkstatt (DG)

  • Turnraum

  • Büroraum

  • Schlafraum

  • Hausaufgabenraum

  • Teamraum (DG)

 

Durch die Architektur ist ein anderes Raumkonzept denkbar und pädagogisch sinnvoll.

 

Das Haupthaus wird von beiden Kindergartengruppen genutzt und das Dachgeschoß vom Hortbereich.

 

3.1 Raumkonzept für unter Dreijährige

 

Im Rahmen der Piklerpädagogik ist der geschützte Raum für eigenständige Bewegung auf dem Boden vor großer Bedeutung. In einer altersentsprechend vorbereiteten Umgebung, sollen Kinder aus eigener Initiative sich selbst, den Raum und die Spielmaterialien erkunden, damit experimentieren und ihrem Rhythmus entsprechend, die nächsten Bewegungsschritte erproben. Durch abgetrennte Bereiche (evtl. durch ein leicht zu öffnendes Gitter), sollen die Kinder sich frei bewegen können. Auf diese Weise entwickelt das Kind sein äußeres und inneres Gleichgewicht. Seine Bewegungen werden harmonisch, sicher und seine Ausdauer sich selbst zu beschäftigen, wächst. Deshalb gibt es innerhalb der Gruppe der unter Dreijährigen eine nochmalige Differenzierung zwischen den Kindern von 0 – 2 Jahre und den Kindern von 2 – 3 Jahre.

 

Die Spiel-, Schlaf- und Wickelbereiche sollten ihren Raum und Platz finden.

 

 

3.2 Raumkonzept für über Dreijährige

 

Zur Erweiterung der Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten der Kinder, sollen die Räume für die Älteren thematische Schwerpunkte enthalten. Die Auswahl der Schwerpunkte orientierte sich bisher an den von dem pädagogischen Fachpersonal erlebten Spielvorlieben der Kinder. Diese beeinhaltet Rollen- und Theaterspiel, Bauen und Konstruieren, Malen, künstlerisches Gestalten sowie vielfältige Bewegungsmöglichkeiten. In der weiteren Arbeit mit den Kindern wird sich herausstellen, ob diese von uns gewählten Schwerpunkte den Interessen der Kinder entsprechen oder verändert werden müssen.

 

 

Für die Ausgestaltung der Gruppenräume bedeutet dies, dass sich die Kinder darin wohl fühlen und diese als Basis für die Nutzung von Spielraum dient.

 

3.3 Außengelände

 

Das Außengelände als erweitertes Angebot der Kindertagesstätten Räume bietet den Kindern die Möglichkeit, vielfältige Bewegungs- und Naturerfahrungen zu machen, jedoch auch Rückzugsmöglichkeiten vorhalten. Im Außengelände finden die unterschiedlichen Altersgruppen, vom Hort über den Kindergarten bis hin zum Krippenalter ein differenziertes Angebot. Ein seperater Gartenbereich für das Krippenalter mit Sandkasten, selbst begehbarer Nestschaukel und einer Rutsche, können die Kinder mit altersentsprechenden Fahrzeugen den Garten erkunden. Für Kinder über drei bis 10 Jahren ist der sehr geräumigen Garten in verschiedene Bereiche eingeteilt. Hier finden neben Klettergerüst, Sandkasten, Wippe und großer Nestschaukel und einem Matschbereich, ein Rundkurs für die Fahrzeuge eine besondere Bedeutung. Für schlechtwetter Tage bietet ein geräumig überdachter Teil des Hofes mit Sandkasten genügend Platz für die Kinder.

 

4. Frischkost-Küche

 

In der Kindertagesstätte werden die Mahlzeiten von Hofmann Menü angeliefert. Die Hauswirtschaftskraft verteilt die Speisen in die jeweiligen Gruppen und reicht hierzu täglich frisches Obst und Gemüse. Der Speiseplan wir mit der Hauswirtschaftskraft, einer pädagogischen Fachkraft und mittels der Rückmeldung der Kinder gestaltet.

 

5. Öffnungszeiten

 

Bedarfsorientiert ist unsere Einrichtung von 07:00 – 17:00 Uhr täglich geöffnet.

 

 

5.1 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

Gemäß des BayKiBig werden in der Kindertagesstätte Fachkräfte und Ergänzungskräfte zu gleichen Teilen angestellt.


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